Global Media Forum der deutschen Welle: Internationale Ashoka Fellows diskutieren neue Wege im Journalismus

In der Medienwelt zeichnet sich ein neues Paradigma ab: technische Errungenschaften erlauben eine immer schnellere Kommunikation, an der mehr Menschen als je zuvor über den Globus verteilt teilhaben können. Während sich traditionelle Medien aufgrund starrer Strukturen oft nur langsam an die sich schnell wandelnde Welt anpassen, entwickeln Ashoka Fellows und andere Medieninnovatoren bereits jetzt neue, frei zugängliche und offene Kommunikationsstrukturen. Dabei sind es nicht nur Neuerungen im technischen Bereich, es sind vor allem neue Wege der Organisation und Arbeitsweise, welche das neue Paradigma prägen.

Um ebendiese Kontroversen ging es beim Workshop „Local News, Global Affairs. Playing by the old rules will not work in the new paradigm“, zu dem Ashoka beim diesjährigen Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn einlud. Teilnehmende der Diskussionsrunde waren die Ashoka Global Media Managerin Laxmi Parthasarathy sowie drei internationale Ashoka Fellows:

Hamadou Tidiane Sy aus dem Senegal, der mit Ouestafnews eine Plattform für unabhängigen und investigativen Journalismus in seiner Region gegründet hat.

Sascha Meinrath aus Washington D.C., Direktor von X-Lab, der sich auf technische Innovationen im Bereich der Medien und des Internets spezialisiert hat um Open Source-Modelle zu unterstützen.

Jeremy Druker aus Prag, der mit seiner Organisation Transitions (TOL) die Professionalität und Unabhängigkeit der Medien in den post-kommunistischen Ländern Europas und Eurasiens stärkt.

 

Felix Oldenburg, seit 2009 in der Leitung von Ashoka Deutschland, moderierte die Veranstaltung. Diskutiert wurde während des Workshops, wie man dem Anspruch an einen qualitativ hochwertigen Journalismus in einem schnellen Medienzeitalter gerecht werden könne. Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang war die Frage nach neuen und zeitgemäßen Finanzierungswegen. In diesem Zusammenhang äußerte Jeremy Druker die Hoffnung, dass hochwertiger Journalismus überregional Mitgefühl und Sympathien weckt und auf diese Weise lokale Medienprojekte von weltweiten Unterstützern finanziert werden können. Sascha Meinrath regte darüber hinaus an, dass die Zivilgesellschaft mehr artikulieren sollte, in welche Güter und Ressourcen sie investieren wolle. In Zeiten, wo annähernd jeder medialen Inhalt erzeugen und von den Medien profitieren kann, sollte seiner Meinung nach in hochwertigen Journalismus als ein öffentliches Gut investiert werden. Angeregt wurde darüber hinaus die Gründung eines Forums, das Diskussionen über mediale Herausforderungen ermöglicht sowie den Austausch über erfolgreiche Konzepte fördert.