Kooperation für mehr Wirkung: Sozialunternehmer*innen und die Wohlfahrt

Joachim Körkel, Norbert Kunz, Heidrun Mayer und Rose Volz-Schmidt haben einiges gemeinsam. Alle haben neue Wege gefunden, gesellschaftliche Herausforderungen wirkungsvoll zu lösen, alle bezeichnen sich als Sozialunternehmer und alle werden von Ashoka unterstützt. Aber noch viel spannender an dieser Stelle: alle kooperieren bei der Verbreitung ihrer Ideen auch mit Trägern der Wohlfahrt. Rose Volz-Schmidt verbreitete ihr elternentlastendes Freiwilligenangebot z.B. verbandsübergreifend als Social Franchise an über 250 Standorten.

Immer öfter tauchen die Begriffe „Soziale Innovation“ und „Social Entrepreneurship“ auch in Diskussionen zu Sozialstaat und Wohlfahrtspflege auf. Doch was bedeutet er konkret für die regionalen Verbände und die einzelnen Einrichtungen? Sollen sie stärker versuchen, mit „Social Entrepreneurs“ zusammen zu arbeiten und ihre Ideen integrieren? Oder sollen sie intern stärker neuere Ansätze fördern? Glücklicherweise diskutiert man immer seltener über diese Begrifflichkeiten. Die meisten Akteure wollen stattdessen einfach nur die wirkungsvollsten Lösungen so schnell wie möglich verbreiten. Hierzu können beide Seiten etwas beitragen, denn die einführenden Beispiele zeigen:

Die Anzahl an Kooperationen wächst und die anfänglichen Abgrenzungsversuche zwischen Sozialunternehmern und Vertretern der Wohlfahrtspflege treten zunehmend in den Hintergrund. Man näherte sich an, z.B. bei sektorübergreifenden Veranstaltungen wie der Multistakeholderkonferenzen des BMFSFJ oder auf Fachtagungen wie dem beb Bundeskongress für Führungskräfte in Berlin, den ich in diesem Jahr mit einer Keynote zum Potential unserer Zusammenarbeit beschließen durfte. Heute spricht man miteinander statt übereinander und so entwickelt sich eine Machbarschaft, in der jeder seinen Platz hat und seinen Beitrag leisten kann.

Unser Beitrag als Ashoka ist die Suche und Förderung der Menschen, die mit Unternehmergeist innovative Lösungen für soziale Probleme umsetzen. Inzwischen sind wir damit das weltweit größte Netzwerk von und für Sozialunternehmer. Einmal gefunden, unterstützen wir sie als Ashoka Fellows lebenslang bei der Verbreitung ihrer Ansätze: Durch professionelle kostenfreie Beratung, Vernetzung mit Fellows und Unterstützern sowie bedarfsgerechten Lebenshaltungsstipendien. Zu den Auswahlkriterien gehört ein innovatives wie skalierbares Konzept, welches das Potenzial hat, ein gesellschaftliches Problem grundlegend zu lösen. Darüber hinaus sind der Unternehmergeist, die Kreativität und die Integrität potenzieller Kandidaten entscheidend.

In unserem Suchprozess nach diesen Pionieren sind wir auf Ihre Hilfe als Machbarn angewiesen. Sicher kennen Sie mutige Pioniere, die auf unsere Kriterien passen könnten und ihre gesellschaftliche Wirkung bereits in einem Pilotprojekt gezeigt haben? Dann helfen Sie uns bei unserer Suche und nominieren Sie uns Ihre Kandidaten!

Schon heute haben mehr als 3.000 Ashoka Fellows in über 80 Ländern neue Konzepte in der Bildung verankert, Transparenz in Demokratien erhöht, Behinderungen als Wettbewerbsvorteil umgedeutet oder Arbeitslose zu Existenzgründern gemacht. Einen besonderen Stellenwert hat in der Suche und Unterstützung dieser Menschen für uns in Deutschland der Schulterschluss mit der Wohlfahrt. Im Jahr 2014 haben wir uns daher beispielsweise mit den Malteser Werken zusammengeschlossen, um junge Sozialunternehmer gemeinsam bei der Verbreitung ihrer Ideen zu unterstützen - auch durch die Nutzung bestehender Infrastruktur. Doch diese Beispiele sind sicher erst der Anfang, denn es gibt noch viel zu tun!

Stellen Sie sich vor, Sozialunternehmer*innen und Wohlfahrt würden gemeinsam:

• Erfolgsmuster zur Verbreitung sozialer Innovation identifizieren und nutzen

• Etablierte Strukturen hinzuziehen, um vielversprechende Lösungen zu verbreiten

• in Nachwuchsarbeit und Führungskräfteentwicklung investieren

• attraktive Karrierewege im 3. Sektor bauen und ihn zum Talent-Magnet entwickeln

Bewegt Sie eines dieser Themen? Die Machbarschaft lädt zum Mitmachen ein und wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Ideen - hier können Sie jederzeit Kontakt zum Ashoka-Team aufnehmen!

(Dieser Artikel wurde von Dennis Hoenig-Ohnsorg geschrieben und erschien ursprünglich in BeB Informationen)

 


 

Weiterführende Informationen:

Hier können Sie mitgestalten - Informationen zur Ashoka Machbarschaft

Förderung von jungen Sozialunternehmern: Programm Engagement mit Perspektive

 

Ashoka & Malteser - Kooperationsprojekt